persönliche Kommentare von Propst Dr. Jürgen Cleve

Liebe Schwestern und Brüder, sehr geehrte Damen und Herren,

 

 

mit sommerlichen Grüßen lade ich Sie und Euch alle zum Patronatsfest der Kirche »Herz Jesu« ein und würde mich sehr freuen, wenn viele den Gottesdienst mitfeiern und danach zur Begegnung zusammenkommen. Für die Innenstadtgemeinde ist dies eine weitere gute Gelegenheit, sich kennen zu lernen, Gemeinschaft zu erleben und ein Beziehungsnetz zu knüpfen. Lassen Sie mich bei dieser Gelegenheit noch einmal herzlichen Dank für alle Unterstützung und Mitarbeit bei den vergangenen wichtigen Tagen sagen. Sowohl der Ökumenische Stadtkirchentag, als auch das Fronleichnamsfest und die Gospelnacht waren großartige Ereignisse und wirkliche Feste des Glaubens. Und ohne den Tugendpfad der Demut zu verlassen, dürfen wir doch auch mit kleinem Stolz darauf blicken, was »Kirche« auch in der Öffentlichkeit bewegen kann. 


 

 

Natürlich, das Leben geht weiter – auch in einer Woche mit dem Ökumenischen Stadtkirchentag. Aber, das Leben ist für mich anders geworden, durch die Woche mit dem Ökumenischen Stadtkirchentag bei uns in Bottrop.
Die volle Cyriakuskirche beim Eröffnungsgottesdienst, musikalisch hervorragend gestaltet, Zeit zum Hören, Beten und Mitsingen – und zum Mitmachen. So mag ich gerne Gottesdienst feiern und nachdenken: wo bin ich selbst »Licht für die Welt«, wo könnte ich es mehr oder anders sein. Es macht mir Spaß, mit vielen Leuten zu reden und noch nach dem Gottesdienst noch schnelle auf einen Kaffee oder ein Glas zusammen zu sein. Auch deshalb sehne ich mich danach, dass »Kirchplatz 2/3« fertig wird.
Die Perspektive und das Gefühl für einen Gottesdienst, bei dem ich selbst mitwirke und auch für die gastgebende Pfarrei Verantwortung trage, ist dabei nicht so unbelastet, wie beim »einfachen Mitfeiern«. Der Funke ist aber übergesprungen. Sehr gefreut habe ich mich auch darüber, dass fast alle Seelsorgerinnen und Seelsorger einschließlich der Priester im Ruhestand dabei waren. Start gelungen!


Pfingstsonntag, 16 Uhr in der Kulturkirche »Heilig Kreuz«: eine Menge Bibeln und eine Menge Leute. »Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht«. Unter der Objekten ragt die Wiedmann bibel heraus. Lebendig wird ihre Entstehungsgeschichte vom Sohn des Künstlers vorgestellt. 16 Jahre Arbeit im Stillen. Den Zuhörenden stockt der Atem als Martin Wiedmann erzählt, er habe seinen Vater als Kind und Jugendlicher kaum zu Gesicht bekommen, weil er sich für sein Schaffen völlig in seine Galerie zurückgezogen habe. Erst im Nachlass habe er diese 3333 Bilder der Bibel entdeckt und erst gar nicht gewusst, was in den großen Stahlkisten verborgen war. Nur einige Freunde des Vaters hätten gewusst, woran er arbeitet. Legte man alle Bilder der Reihe nach nebeneinander, ergäbe sich eine Strecke von 1,2 km. Schon die Geschichte von der Erschaffung der Welt und des Menschen umrundet halb den Innenraum der Kulturkirche »Heilig Kreuz«.
Erst nach den Fortschritten in der digitalen Technik habe man die Bilder scannen können und so in gedruckter und digitaler Form die Bibel einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können. Nun haben wir diesen Schatz in Bottrop: »Kommt und seht«, möchte man mit einem Wort Jesu ausrufen.

Für einen Neubottroper – wie mich – war der Abend mit »Beckfeld persönlich« erhellend; für einen Freund von Briefen und von Sprache – wie mich – ein grandioses Erlebnis. Wer nicht da war, hat etwas verpasst. Hermann Beckfeld, Chefredakteur 1955 in Bottrop geboren, schreibt Briefe an sehr verschiedenen Persönlichkeiten. Viele sind veröffentlicht in den Ruhr Nachrichten und in Büchern. Er las mit deutlichem Lokalbezug aber auch manchen unveröffentlichten Text – Anwesenden und ihren Angehörigen zugedachten. Sinngemäß in Erinnerung geblieben aus dem Brief an einen großen Clown: »Er zauberte sich mit seinen Tränen ein Lächeln ins Gesicht«.

Mission über den Gartenzaun, geht das? Okko Herlyn; Professor und Kaberetist, blickte nüchtern und konzentriert auf den Alltag der Christinnen und Christen und ermunterte zu einer Mission am und über den Gartenzaun. Es war der Appell die »Rede von Gott« nicht den Spezialisten zu überlassen und den Begriff »Mission« unbefangener zu verwenden. Jede Firma, jeder Sportverein, der ein Ziel erreichen will (und sei es nur eine Wiederaufstieg) bezeichnet dies als »Mission«. In der Gesellschaft dürfen wir Christen nicht schweigen, wenn Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit um sich greifen wollen. Da entwickelt sich die Mission für Gott zu einem radikalen Eintreten für den Mitmenschen. Bei einem kühlen Glas und guten Gesprächen über »Kirche, Gott und die Welt« klang dann dieser Abend für mich im Martin -- Niemöller – Haus im Fuhlenbrock aus.

Jürgen Cleve
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Propst Dr. Jürgen Cleve
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